Hausmittel und Selbstmedikation bei Blasenentzündung

© sopradit AdobeStock 428716371
Eine Blasenentzündung betrifft viele Frauen im Laufe ihres Lebens einmal. Manche Frauen leiden sogar häufig darunter. Die Beschwerden sind sehr unangenehm: Häufiger Harndrang zusammen mit einem Jucken oder auch Brennen bis hin zu Schmerzen beim Wasserlassen sind Anzeichen für eine Blasenentzündung. Die typischen Beschwerden sind meistens auch damit verbunden, dass man trotz vorhandenem Harndrang nur wenig Urin ausscheidet, weil die Blase gar nicht voll war.
Dass Frauen dabei deutlich häufiger betroffen sind als Männer, hat einen simplen und vollkommen natürlichen Grund: Eine Blasenentzündung entsteht, wenn Bakterien über den Harnleiter in die Blase wandern. Bei Frauen ist der Harnleiter und damit der Weg, den die Bakterien zurücklegen müssen, deutlich kürzer als bei Männern. Deswegen kommt es bei Frauen deutlich häufiger zu einer solchen Zystitis als bei Männern.

Bei einer sogenannten unkomplizierten Blasenentzündung, bei der die Beschwerden tatsächlich auf die Blase und die Harnröhre beschränkt sind und auch keine weiteren Grunderkrankungen bestehen, die die Lage verschlimmern können, heilt die Entzündung im Normalfall von selbst wieder ab. Selbst ohne Behandlung ist man die Beschwerden normalerweise nach einer Woche wieder los. Es gibt einige Hausmittel und rezeptfreie Medikamente, mit denen man den Heilungsprozess unterstützen bzw. beschleunigen kann. Eines der wichtigsten Hausmittel ist Wärme. Die berühmte Warnung, sich nicht auf kalte Flächen zu setzen, damit man sich die Blase nicht „verkühlt“, ist zwar nicht komplett richtig, aber auch nicht vollkommen falsch. Ausgelöst wird eine Zystitis nicht, wenn man sich auf kalten Boden oder eine kalte Bank setzt. Wenn aber der Unterleib kalt wird, kann dies eine Entzündung begünstigen. Umgekehrt trägt Wärme zur Entspannung bei, kann wohltuend wirken und die Beschwerden ein wenig lindern.
Das zweite wichtige Hausmittel ist: Viel trinken, am besten einen Liter mehr als sonst. Damit wird die Blase durchgespült und die Bakterien mit ausgeschieden. Wasser ist immer der perfekte Durstlöscher, bei einer Blasenentzündung jedoch sollte man zu frei erhältlichen Tees mit Heilpflanzen oder Arzneitees aus der Apotheke greifen. Blasen- und Nierentees sind Mischungen, die speziell darauf ausgerichtet sind, Blase und Nieren bei ihrem Heilungsprozess zu helfen. Heilpflanzen, die häufig Verwendung finden, sind z.B. Schachtelhalm, Brennnessel und Birkenblätter. Außerdem wird häufig Cranberrysaft oder auch Preiselbeersaft empfohlen. Obwohl viele Heilpflanzen eine lange Tradition bei der Anwendung gegen Blasenentzündung haben, muss nicht immer jede Pflanze bei jeder Person wirken, Ausprobieren schadet in diesen Fällen aber auch nichts.
Sind die Schmerzen sehr unangenehm, spricht auch nichts gegen ein Schmerzmittel. Hier ist es sinnvoll, solche Medikamente zu wählen, die auch entzündungshemmend sind, also zum Beispiel Ibuprofen oder Paracetamol. Bei dieser Selbstmedikation ist aber wichtig, die Mittel nur so einzunehmen, wie es in der Packungsbeilage angegeben wird. Dabei unbedingt den Zeitraum und die Dosierung zu beachten!

Hausmittel und Selbstmedikation erreichen bei einer gewöhnlichen Blasenentzündung meist schon sehr viel. Es gibt hier jedoch einige Grenzen: Werden die Schmerzen nur langsam besser, auf keinen Fall die Dosis oder den Einnahmezeitraum der Schmerzmittel erhöhen, sondern den Arzt aufsuchen. Das gilt ganz besonders dann, wenn andere Symptome dazukommen, zum Beispiel Blut im Urin, Fieber oder Schmerzen im Bereich der Nieren. In diesen Fällen können die Beschwerden Anzeichen dafür sein, dass die Bakterien bis in die Nieren gelangt sind und eine Nierenbeckenentzündung ausgelöst haben, die behandelt werden muss.
Einige Personengruppen sollten in jedem Fall bei einer Blasenentzündung zum Arzt gehen, nämlich Schwangere, Kinder und Männer. Bei Männern sind Reizungen der Harnwege so selten, dass es wichtig ist, abzuklären, ob tatsächlich eine Blasenentzündung die Ursache ist oder ob ein anderer Grund vorliegt.
Auch dann, wenn man übermäßig häufig von einer Zystitis betroffen ist, ist der Gang zum Arzt sinnvoll. Unter anderem bietet sich die Möglichkeit einer Impfung oder zunächst die Änderung anderer Umstände an. So kann das Verhüten mit einer Spirale das Auftreten von Blasenentzündungen begünstigen.